Das Revier

oder: Was man als Segler auf dem Steinhuder Meer wissen sollte

Das Steinhuder Meer ist ein 30 km² großer, flacher See – das größte Binnengewässer Niedersachsens. Reichlich Platz, um sich seglerisch auszutoben. Einige Einschränkungen gilt es dennoch zu beachten:

  • Bojenketten nicht überqueren:
    • Das Naturschutzgebiet im Ostenmeer,
    • die Badezonen an der Badeinsel und in Mardorf
    • und das Surfer- und Kiterrevier vor Mardorf sind tabu!
  • Außerdem gilt:
    • Festmachen an Bojen und der Tonne ist nicht erlaubt
    • Von Schilfgebieten und unbefestigten Ufern fernhalten
    • Vorsicht vor Fischereieinrichtungen: Reusen und „Stöcke“ in Ufernähe [s. Bild 1 und 2]
    • Anlegen am Wilhelmstein ist gebührenpflichtig (letzter Stand: € 3,-)
  • Fischerei und Fahrgastschiffe (die „Auswanderer“) sind Berufsschifffahrt und haben Vorfahrt!
  • Elektro- und Tretboote sind theoretisch gegenüber uns Seglern ausweichpflichtig, aber willst Du Dich darauf verlassen, dass der Ausflügler die Regeln beherrscht?!
  • Nachtfahrverbot (1 Stunde nach Sonnenuntergang bis 1 Stunde vor Aufgang)


SICHERHEIT UND GEFAHRENQUELLEN

In diesem flachen Moorgewässer kann man an den meisten Stellen stehen. Unterschätzen sollte man das Meer deswegen auf keinen Fall: Es hat leider sogar schon Todesfälle unter Seglern und Badegästen gegeben. Also bitte auf den kippeligen Jollen immer Schwimmhilfen tragen! Auch auf den stabileren Booten sollte es selbstverständlich sein, Schwimmwesten oder –hilfen dabei zu haben. Spätestens bei stärkerem Wind und Unwettergefahr muss man die Auftriebskörper tragen, sonst helfen sie im Ernstfall nicht.

Wenn man fast überall stehen kann, heißt das auch, dass man beim Segeln leicht mal eine Grundberührung riskiert. An sandigen oder moorigen Stellen ist das nicht so schlimm, aber wie der Name schon sagt, gibt es einige große Steine, die das Schwert beschädigen können. Im Laufe des Jahres sinkt der Pegel, weil die Landwirtschaft dem See Wasser entnimmt. Besonders flach ist es vor der Badeinsel: Bitte weit umfahren! Aber auch am Nordufer gibt es Sandbänke westlich des Surferreviers und vor den östlichsten Stegen. Bei Kenterungen kann es leicht passieren, dass der Masttopp im Grund steckt. Wie auf Bild 4 zu sehen, gibt das peinliche Souvenirs. Noch schlimmer wird es, wenn der Mast verbiegt. Wie man möglichst elegant aus der Affäre kommt, steht in unserem „Kenterleitfaden“.


DER WIND

Es herrschen westliche Winde vor, aber es gibt auch schöne stabile Ostwindwetterlagen. Erfreulicherweise ist unser Steg bei den vorherrschenden Windrichtungen durch das Land und die Badeinsel gut abgedeckt, so dass man in der Regel beim Ab- und Anlegen vor allzu viel Wind geschützt ist (aber Vorsicht: zwischen Land und Badeinsel pustet z.T. eine überraschende Düse!).

Der Vorteil des ufernahen Windschattens führt andererseits leicht dazu, dass Unerfahrene „den Wind draußen“ unterschätzen! Daher empfiehlt sich ein Gang zum Stegkopf: Auf Bild 5 erkennt man am ruhigeren Wasser den Windschatten der Badeinsel, das dunklere unruhige Wasser zeigt die „Windkante“ an. Achte auch beim Lossegeln aufs Wasser, sonst kannst Du böse erwischt werden, wenn Du die Abdeckung verlässt!

Sind auf dem offenen Wasser viele Schaumkronen zu sehen [Bild 7], wehen mindestens 4 Beaufort – dessen sollte man sich bewusst sein in Hinsicht auf Kleidung und Segelfähigkeiten!

Flaute? Gibt’s auch. Berüchtigt ist die 18-Uhr-Flaute (kann auch mal früher, später oder gar nicht einsetzen). Dann ist ein Paddel Gold wert. [Bild 8]


DIE INSELN

Der Wilhelmstein [Bild 9] ist eine künstliche Insel mit Befestigungsanlage, Artilleriemuseum, Gastronomie und WC. Beim Anlegen achte darauf, welche Bereiche für die Berufsschifffahrt reserviert sind. Fender und Anlegegebühr nicht vergessen: Aktuell € 3,-.

Auch an der Badeinsel kann man anlegen. Das Café Meereslauschen hat einen eigenen Steg. Aber mal ehrlich, es ist einfacher und kostet keine Arbeitsstunden, wenn man zu Fuß zur Badeinsel geht!
Halte Dich von der Badezone gut frei – nicht nur wegen der Schwimmer, die sich nicht an die Bojen halten, sondern auch wegen drohender Grundberührung.


WENN MAN IN EINE REGATTA GERÄT…

Das sollte man möglichst vermeiden. Im Prinzip gelten die Wegerechtsregeln auch zwischen Teilnehmern von Regatten und „normalen Seglern“. Wenn mal also in ein Regattafeld gerät, einfach an die üblichen Regeln halten und das Weite suchen. Sportlicher ist es aber, die Wettsegler nicht zu stören und von vornherein weiträumig auszuweichen.


ANLEGEN AN FREMDEN STEGEN

Es gibt verschiedene Gründe, an einem fremden Steg festzumachen. Das kann zum Beispiel ein gastronomisches Bedürfnis sein (z.B. Neue Moorhütte, Steg N3). Die meisten Stegbesitzer haben nichts gegen Besucher. Es gehört jedoch zum guten Ton, einen Stegnutzer zu fragen, ob und wo man das Boot festmachen darf. Bitte keine Segel flattern lassen! Das schädigt die Nerven der Nachbarn genauso wie das Segeltuch.

Wenn man anlegen muss, um Havarieschäden zu klarieren, sollte es keinerlei Probleme geben. Ist das Boot allerdings so beschädigt, dass es liegen bleiben muss, sprecht den Steginhaber an und lasst Euch einen Platz zuweisen.


WINTERFAHRVERBOT:

Ab 1. November ist das Gewässer für den Sportbootverkehr geschlossen, den Vogelzügen zuliebe. Das Abrüsten der Boote muss bis zum 5. November abgeschlossen sein.
Am 20. März darf das Meer wieder befahren werden – bereits ab dem 15. März dürfen Boote eingesetzt und gerüstet werden.

Die alte Saisondauer "1.4. - 31.10." wurde übrigens 2011 in der Dümmer- und Steinhuder Meer-Verordnung erweitert.


Wer noch mehr wissen will:

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